Sterne gehen auf beim Hütteinander-Fest

„Ohne unsere Ehrenamtlichen würde in Hüttenberg das Licht ausgehen“, richtete Bürgermeister Christof Heller seine Worte direkt an die zahlreichen Gäste, die er zum „Hütteinander“-Fest 2017 begrüßte.
Unter dem Motto „Lichter und Lecker“ hatte die Gemeinde all jene eingeladen, die sich tagtäglich für die Belange anderer einsetzten – und das mit einer nicht selbstverständlichen Uneigennützigkeit.


Bedingt durch das wechselhafte Wetter fand die Feier dabei erstmals drinnen im Bürgerhaus und nicht unter dem Nussbaum auf dem Rathausplatz statt.
Neben den kulinarischen Genüssen hatte die Gemeinde mit den „Beat Preachers“ auch einen musikalischen Hörgenuss engagiert. Die dreiköpfige Gruppe mit Frontsängerin Patricia Matthews wusste zu überzeugen. Letztere dürfte den Rechtenbachern dank ihrer bezaubernden Stimme nicht länger nur als Leiterin der Kita „Baumgarten“ bekannt sein.
Schmecken und Hören ließ der Rahmen des Hütteinander-Festes, Sehen und Fühlen das ehrenamtliche Engagement der Gäste. „Sie heben die Temperatur des Miteinanders in der Gemeinde Hüttenberg auf den Wohlfühlbereich an. Sie schaffen das Zuhause-Klima, das wir in unseren Dörfern brauchen“, attestierte Heller, der damit auf ein Zitat des im Januar verstorbenen Alt- Bundespräsidenten Roman Herzog anspielte, der freiwilliges Engagement als einen Gradmesser für die moralische Temperatur einer Gesellschaft bezeichnet hatte. Voll des Lobes war er etwa für die Organisatoren der Ferienpassaktion, deren Helferfeier fester Bestandteil des Hütteinander-Festes ist. Dabei wurden von 48 Veranstaltern 73 Aktionen mit insgesamt 223 Teilnehmern möglich gemacht. „Besonders stolz bin ich, dass wir es hier in Hüttenberg schaffen, komplett ohne kommerzielle Angebote auszukommen“, so der Rathauschef.

Rathaussterne für Otto Knipp, Ottmar Stumpf und die Demenzgruppe

Höhepunkt des Abends war dann aber die Verleihung der Sterne – diesmal drei an der Zahl.
Einer der Ehrenamtssterne ging in der Kategorie „Einzelpreis/Kultur“ an Otto Knipp, der bis 2013 Vorsitzender des Heimatkundlichen Vereins Hüttenberg war. Er hatte sich fast 24 Jahre um die Belange rund um das Heimatmuseum und Goethehaus in Volpertshausen eingesetzt.
Schon bevor das ehemalige Jagd- und später Schulhaus zum Museum umfunktioniert wurde, war Knipp dort ab 1963 als letzter unterrichtender Lehrer tätig. Bürgermeister Christof Heller überreichte den Stern stellvertretend an den jetzigen Vorsitzenden Werner Ludwig, da Otto Knipp nicht anwesend sein konnte.
Als die „Seele des Feuerwehrvereins Reiskirchen“ beschrieb Heller dessen Vorsitzenden Ottmar Stumpf. Nach seinem Eintritt 1984 wurde er 1988 zum Kassenwart und Schriftführer, bevor er 2013 die Vereinsführung übernahm. In jeder Hinsicht lenkt er dabei die Geschicke der Feuerwehr und fungiert als Ansprechpartner und Organisator. Und das „gefühlt schon immer“, so der Bürgermeister.
Für sein außerordentliches Engagement über viele Jahre ging für ihn ein Stern in der Kategorie „Einzelpreis/Hilfsorganisation“ auf, den stellvertretend Thorben Petry und Matthias Reinhardt von der Freiwilligen Feuerwehr Reiskirchen entgegennahmen.

Bei der Verleihung des dritten Sterns in der Kategorie „Gruppenpreis/Soziales Engagement“ las Heller zunächst die Selbstbeschreibung der Gruppe vor, die ein fröhliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen anpreist. „Das alles hört sich nach Freude und nicht nach Krankheit an“, so Heller, der damit den Ansatz der Demenzgruppe Hüttenberg unterstrich.
Die Demenzhelfer kümmern sich wöchentlich um zwei Gruppen in der Begegnungsstätte in Hüttenberg und in Volpertshausen und nehmen sich auch Zeit für die häusliche Betreuung der Betroffenen.
„Sie beschäftigen sich individuell, ganz nach den Möglichkeiten, Interessen und dem Krankheitsstadium jedes Menschen“, betonte Heller, der zur Verleihung die Gruppe mit ihren beiden Leiterinnen Meike Kuhner und Renate Reitz auf die Bühne bat.


Wie den anderen Preisträgern war ihnen der Applaus der Gäste sicher, die – ob mit oder ohne Stern an der Wand des Bürgerhauses – am Ende eines gemeinsam hatten: Sie alle setzen sich in ihrer Freizeit vollkommen selbstlos auf ihre Weise für andere ein. Und so brachten alle zusammen dann noch gemäß dem Motto mit Wunderkerzen noch viele weitere Sterne zum Leuchten, sodass sich das Bürgerhaus in ein Lichtermeer verwandelte.

Text & Fotos: Julian Spannnagel


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