Ortsteile

Hüttenberg

Fachwerk Hochelheim

Der Ortsteil Hüttenberg der Gemeinde Hüttenberg entstand 1968 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Dörfer Hochelheim und Hörnsheim. Viele Einwohner verwenden auch gerne heute noch die alten Ortsnamen, was insbesondere bei Besuchern manchmal zu Verwirrung führt. Aufgrund seiner Lage und seiner Einwohnerzahl zählt dieser Ort neben Rechtenbach zu den sogenannten „zentralen“ Ortsteilen unserer Gemeinde. Mit seinen rund 3760 Bürgern ist dieser Ortsteil der größte der Gemeinde. Hüttenberg liegt an der Stelle, wo der Schwingbach in den Kleebach mündet – im Dreieck zwischen Wetzlar, Giessen und Butzbach, am nördlichen Rand der Wetterau.

Die Geschichte Hüttenbergs lässt sich 1000 Jahre zurückverfolgen. Die erste schriftliche Erwähnung Hörnsheims findet sich im Jahre 1254, es wird allerdings vermutet, dass der Ort genauso alt ist wie Rechtenbach, das bereits fünf Jahrhunderte früher erstmalig urkundlich nachgewiesen werden kann. Hochelheim wird im Rahmen einer Landschenkung an das Kloster Lorsch im 9. Jahrhundert erstmalig genannt.

In den letzten einhundert Jahren hat sich das Ortsbild beider Dörfer – also des heutigen Hüttenbergs – stark verändert: Aus einem landschaftlich geprägten Gebiet ist ein attraktives Handels- und Sportzentrum mit Sporthalle und Hallenbad geworden. An den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und den für Hüttenberg typischen Torhäusern lässt sich aber auch heute noch erkennen, dass Hüttenberg ursprünglich ein Straßendorf war. Vom Feldweg am Kleebach – Richtung Dornholzhausen aus der Dorfmitte kommend – hat man eine besonders schöne Sicht auf diese Gebäude.

Wer von Hüttenbergs Spezialitäten berichtet, darf eines nicht vergessen: Sein guter Ruf eilt ihm weit über die Grenzen seines Heimatortes voraus, die meisten kennen ihn persönlich und verzehren ihn regelmäßig mit Genuss – den original Hüttenberger Handkäs´. Produziert wird der kleine Leckerbissen seit vielen Generationen in Hüttenberg, genossen wird er meist mit „Musik“, für die fast jede Familie ihre eigene Rezeptur hat. Ob mit Zwiebel, Paprika oder Kümmel – darüber entscheidet einzig der Geschmack.


 Rechtenbach

Rechtenbach liegt zentral zwischen den Städten Gießen und Wetzlar. Mit seinen rund 3.750 Einwohnern ist Rechtenbach – zusammengeschlossen aus Groß- und Klein-Rechtenbach - einer der beiden größeren Ortsteile der Gemeinde. Gleichzeitig ist Rechtenbach Sitz der Gemeindeverwaltung und mit der Grund- und Gesamtschule Schwingbach auch Schulstandort für Hüttenberg und die Nachbargemeinden.

Entlang der Frankfurter Straße und den davon abzweigenden Nebenstraßen hat sich in den vergangenen Jahren eine vielfältige Gewerbestruktur gebildet. Von der Apotheke über das Eiskaffee bis zu Bäckereien und Metzgereien finden die Bürger der Gemeinde hier – wie auch im Ortsteil Hüttenberg – alle Geschäfte für den täglichen und besonderen Bedarf.

Trotz der modernen Struktur lassen sich in Rechtenbach noch die Spuren der langen Geschichte zurückverfolgen. Immerhin feierten die Bürger im Jahre 1988 bereits das 1200jährige Bestehen des Dorfes. Neben den beiden Kirchen aus dem 17. Jahrhundert nimmt der Hof Rechtenbach zweifellos eine zentrale historische Stellung ein. Er zählt zu den ältesten Gebäuden des Ortsteils und beherbergt heute das Kinderheim „ZOAR“ der kreuznacher diakonie. Bereits seit 1850 dient dieses Haus, das als einer der schönsten Landsitze im alten Kreis Wetzlar galt, der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Mit dem „Gottfrieds Haus“ hat Rechtenbach ein weiteres Schmuckstück aufzuweisen. Innerhalb von nur drei Jahren wurde das bis dahin vernachlässigte Gehöft seit 1992 von Mitgliedern des Kultur- und Heimatkreises Rechtenbach renoviert und ausgestattet. Heute präsentiert sich das „Gottfrieds Haus“ seinen Besuchern so, wie es über viele Jahre seinen ursprünglichen Bewohnern diente: als Bauernhaus mit Wirtschaftsküche, Schlaf- und Wohnstube. Einmal im Jahr wird dort zünftig gefeiert: „Zu Haus bei Gottfrieds“ wird das Dorfleben einen Tag lang wie vor hundert Jahren wiederbelebt.


Reiskirchen

Alte Schule

Alten Erzählungen zufolge wurde dieser Ortsteil Hüttenbergs im Jahre 1706 durch das Werk einer Hexe namens Kochhansin bis auf die Kirche niedergebrannt. Ob dem tatsächlich so war oder ob der Brand letztlich auf das Missgeschick einer alten Dorfbewohnerin zurückzuführen ist, wurde nie eindeutig geklärt. Es gibt allerdings bis heute Hinweise auf die Legende, so am Kochhanselbrunnen am Rande des Stoppelbergs oder in der Namensgebung des Dorfmittelpunktes, dem heutigen „Kochhanselplatz“.
Mag sein, dass verheerende Schicksalsschläge wie dieser die Dorfgemeinschaft zusammen geschweisst hat, jedenfalls nennt man die Reiskirchner Einwohner auch heute noch die „Ähniche“ – auf Hochdeutsch „die Einigen“.

Im Zuge des Dorferneuerungsprogramms wurde Reiskirchen in den 90er Jahren durch Ortsumgehungen zu einem idyllischen Dörfchen umgestaltet. Auf 285 Metern Höhe gelegen, den Stoppelberg im Blick führen von hier viele Wander- und Radwege durch die Hüttenberger Gemarkung, in Richtung Wetzlar und durch das Siebenmühlental.


Vollnkirchen

Bürgerhaus Vollnkirchen

Am nördlichen Rand des Naturparks Hochtaunus gelegen, umgeben von bewaldeten Hügeln, Streuobstwiesen und fruchtbaren Feldern, liegt Vollnkirchen – mit seinen knapp 400 Einwohnern der kleinste Ortsteil der Gemeinde Hüttenberg.
Auch wenn das Dorf erstmals 1276 als „Volkinkirgin“ in Erscheinung tritt, deuten Funde aus der Zeit um 1800 vor Chr. und zahlreiche Hügelgräber der Hallstatt-Zeit in den Wäldern der Gemarkung auf eine wesentlich frühere Besiedlung hin.

Heute ist Vollnkirchen ein attraktiver Ort mit einer ganzen Reihe liebevoll restaurierter Fachwerkgehöfte, die eine herrliche Kulisse zur Kirche, dem Ehrenmal und der inzwischen neugestalteten Dorfmitte bilden. Mitverantwortlich für das heutige Erscheinungsbild ist die Aufnahme Vollnkirchens in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen im Jahr 2001. Als zentrales Projekt wurde hier zunächst die Umgestaltung des Dorfmittelpunktes in Angriff genommen. Das alte Dorfgemeinschaftshaus wurde durch eine eine moderne Begegnungsstätte ersetzt. Auch das Backhaus wurde saniert, und inzwischen wird dort wieder mehrmals in der Woche angeheizt. Als weitere Projekte enstanden der Naturerlebnisweg "Eselspfad", das erfolgreiche Dorfcafé von Bürgern für Bürger und - als neueste Idee - der Kulturenpfad rund um Vollkirchen.


Volpertshausen

Goethehaus Volpertshausen

„Die Leiden des jungen Werthers“ – wer kennt ihn nicht, Goethes Briefroman, mussten ihn doch die meisten bereits zu Schulzeiten mit mehr oder weniger großer Begeisterung lesen. Eines steht jedoch fest: Gäbe es Volpertshausen nicht, hätte Goethes Werk zwangsläufig einen anderen Verlauf genommen. Denn im ehemaligen Jagdhaus an der Rheinfelser Straße, welches heute nur noch das „Goethehaus“ genannt wird, tanzte Johann Wolfgang Goethe im Jahre 1772 während einer langen Ballnacht mit Charlotte Buff und schrieb seine dort beginnende Romanze in seinem zwei Jahre später erschienen Roman nieder. Heute beherbergt das Goethehaus neben dem Ballsaal ein Heimatmuseum, das vom Heimatkundlichen Verein Hüttenberg mit viel Liebe zum Detail eingerichtet wurde und regelmäßig für Besuchergruppen und kulturelle Veranstaltungen geöffnet ist.

 Im Wetzlarer Dekanatsverzeichnis wurde das Dorf 1232 erstmals erwähnt. Im Ortskern und rund um das moderne Bürgerhaus befinden sich noch viele der für Hüttenberg typischen Fachwerkgehöfte. Idyllisch eingebettet in das alte Dorf befindet sich die vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammende „Alte Kirche“, die inzwischen unter Denkmalschutz steht und wieder in das Eigentum der Gemeinde übergegangen ist. Gemeinsam mit den Bürgern wird derzeit ein Konzept entwickelt, das die Nutzung der Kirche und des wunderschöen Kirchgartens als Ort der Begegnung und Kultur sicherstellen soll.

In jedem zweiten Jahr findet Anfang Oktober das Apfelsaftfest in der Dorfmitte statt. Mit großem Bauernmarkt, Handwerksschau, naturgutem Speisenangebot aus der Region, Musik und Tanz wird das Produkt der in Volpertshausen betriebenen Apfelsaftpresse gefeiert.Weidenhausen.


Weidenhausen

Alte Kirche Weidenhausen

„Widonis villa“, was soviel bedeutet wie „Weiden, die ein Haus umgeben“, soll der Ursprung des Namens Weidenhausen sein. Die Ersterwähnung des Dorfes findet sich im Jahre 1296 im Lorscher Codex wieder.

Der Weidenhof gehört zu den sehenswertesten Gebäuden im Dorf. Zwischen alter Kirche und Dorfgemeinschaftshaus gelegen, überrascht er zum einen durch seine Größe und zum anderen durch das reiche Fachwerk.

Die „Alte Kirche“ steht unter Denkmalschutz, ihr Alter lässt sich jedoch nicht mehr eindeutig bestimmen. Die älteste Turmglocke stammt allerdings aus dem Jahre 1595. Dank ihrer inzwischen nahezu vollständigen Renovierung durch eine private Initiative aus Bürgern und Unterstützern ist die Kirche heute das Schmuckstück Weidenhausens und wird für Festgottesdienste, Trauungen, Lesungen und Konzerte - auch im Mittelhessischen Kultursommer - rege genutzt.

Die Hochzeitslinde nördlich von Weidenhausen ist fast schon ein natürliches Wahrzeichen der Gemeinde Hüttenberg. Herrschaftlich und viel fotografiert steht sie in an der Landstraße in Richtung Wetzlar.