Starkes Dorf: Aus dem Projekt „Weidenhausen heizt an“ entsteht das neue Dorfcafé Weidenhausen

 Am Sonntag wurde Einweihung gefeiert. Nächster Dorfcafé-Termin: Sonntag, 24. Oktober 2021 & dann immer am 4. Sonntag des Monats

Eine alte Feuerwehrgarage, die mitten in einem Dorf steht, aber schon viele Jahre nur noch als Abstellraum genutzt wird, ein Förderprogramm mit dem Titel „Starkes Dorf“ und eine tatkräftige Gruppe Bürgerinnen und Bürger mit einer Idee: Das und viele Hundert Arbeitsstunden brauchte es, um am Sonntag in Weidenhausen Einweihung feiern zu können: Das Dorfcafé HeckeNest hat ab sofort einmal im Monat geöffnet. „Dass es hier jetzt nach Kaffee und Kuchen duftet, ist einfach das Beste, was dieser Feuerwehrgarage und diesem ganzen Ortsteil passieren konnte“, so Bürgermeister Heller beim ersten Blick in die neue „gudd Stubb“ im Dorf.

Team Dorfcafe mit Bürgermeister Christof Heller Judith und Martin Breidbach eröffnet das HeckeNest

Alle Fotos in diesem Beitrag: Armin Enders

Im Laufe des Nachmittages konnten die Gastgeber mehr als 100 Besucherinnen und Besucher begrüßen – und nicht alle fanden Platz im Dorfcafé, das rund 25 Sitzgelegenheiten bietet. Weitere Tische und Stühle waren aus diesem besonderen Anlass hinter dem Dorfgemeinschaftshaus aufgebaut, wo auch Live-Musik spielte: Die Band Unique Horn unterhielt mit Jazz und Blues und schaffte damit eine Verbindung zwischen Außen- und Innengastronomie.

Verantwortlich für das Projekt Dorfcafé ist die „BAW“. Die Bürgergruppe Aktives Weidenhausen hatte sich vor einigen Jahren zunächst als lockere Initiative gegründet, um das Dorfleben wieder zu aktivieren. Es fanden Lesungen und Vorträge statt, Theatervorstellungen, Flohmärkte, Ausstellungen. Meistens im neuen Dorfgemeinschaftshaus, immer öfter aber wiederentdeckte die Bürgergruppe, mittlerweile ein gemeinnütziger Verein, schöne Örtlichkeiten im Dorf. Dann kam das „Starke Dorf“ als nächster Meilenstein, denn das Land Hessen hatte unter diesem Titel Fördermittel in Aussicht gestellt, und die Gruppe suchte einen neuen festen Treffpunkt für kleinere Zusammenkünfte.

Alles begann mit der Suche nach einem passenden Treffpunkt für die Bürgergruppe

Martin Breidbach, Sprecher der BAW, blickte im Laufe der Eröffnung zurück: An einem Novemberabend im Jahr 2018 sei die ein oder andere Flasche Rotwein entkorkt worden, bis die Projektidee klar umrissen und die Formulare ausgefüllt waren: Die Vorgaben hätten eine genaue Darstellung verlangt, in welcher Form und Anzahl Ehrenamtsstunden eingebracht werden sollen. Auch die Gemeinde Hüttenberg, die das Projekt vom Förderantrag bis hin zur fachlichen Beratung durch den Bauhof und das Facility Management unterstützt habe, musste zuvor der Nutzung der Räumlichkeiten zustimmen und habe ein schlüssiges Konzept gefordert.  Dieses lautete zunächst „Weidenhausen heizt an.“ Nämlich zuerst das Backhaus und dann auch das Miteinander im neu zu gestaltenden Dorfcafé.

Dorfcafé mit Gästen

 

Das Projekt erhielt 4.900 Euro Fördermittel vom Land Hessen

Die Idee erhielt eine Auszeichnung vom Land Hessen mitsamt 4.900 Euro Fördermitteln, die Ministerin Priska Hinz im Sommer 2019 überreichte. Was folgte, seien mehr als zwei Jahre ehrenamtlicher Einsatz gewesen, den – zum Glück-  keiner zu Beginn habe abschätzen können, so Martin Breidbach. Denn nicht nur die alte Feuerwehrgarage musste geräumt und grundsaniert werden, auch das Backhaus, die alte Küche des Dorfgemeinschaftshauses und der ehemalige Jugendraum im Obergeschoss, der ein Lagerraum werden sollte, seien umgekrempelt worden.

Die ehemalige Feuerwehrgargage aber ist das Herzstück des Projekts: Hier sollte Caféhausatmosphäre entstehen, so die ehrgeizige Idee; dafür wurden vom Fördergeld Ausstattungsgegenstände gekauft und ein Großteil der ehrenamtlichen Arbeitsstunden aufgewendet: Neben der Entrümpelung und Grundreinigung ging es auch um die Klärung der Stromsituation, bevor die aufwändige Renovierung überhaupt beginnen konnte. Martin Breidbach hatte eine lange Liste mit Personen dabei, die immer wieder tatkräftig mitgeholfen hatten: „Ich vermute mal, dass manche dachten „Der schon wieder!“, wenn sie meine Rufnummer auf ihrem Display gesehen haben“. Ganz besonders habe Martin Droß beim Anfertigen und Aufbau der individuellen Küchenlösung angepackt, sowie Michael Zörb, der für die Installationen zuständig war, und Armin Enders, der die gespendeten Möbel restauriert hatte. Auch aus dem Nachbardorf Volpertshausen gab es Unterstützung: Metallbauer Hans-Gerhard Droß fertigte das Gestell für die moderne Deckenbeleuchtung an, Michael Knaus kümmerte sich um die Stromversorgung, auch Schreiner Albert Petry und Hartmut Knorz halfen mit. Die Koordinationen während der Pandemie sei nicht ganz einfach gewesen, man hätte vorwiegend in Zweierteams gearbeitet, schilderte Martin Breidbach. Sein ganz besonderer Dank ging an die Mitglieder der Bürgergruppe Aktives Weidenhausen, die „in den letzten Monaten echt viel geleistet haben, in der alten Feuerwehrgarage, in ihrer Werkstatt oder im Nähzimmer zuhause.“ Judith Breidbach habe dabei als Projektleiterin die Steuerung aller Ideen und Einsätze gemanagt.

Band Unique Horn mit Becci, Trisha & Gebhard

  

Für den Bürgermeister lautet das Erfolgsrezept „Starkes Team – Starkes Dorf“

Bürgermeister Christof Heller hatte zur Einweihung ein Caféhausschild mitgebracht, noch ohne Namen, denn der war bis zuletzt geheim gehalten worden. „Ich denke mal, dass das Land Hessen, als dieses Förderprogramm aufgelegt wurde, genau so etwas im Sinn hatte: Ein starkes Dorf“, so Heller in seinem Grußwort, „eigentlich müsste man ergänzen: Starkes Team – starkes Dorf. Denn ohne eine Handvoll Leute, die anpacken, wenn es gilt, geht es nicht. “ Der Bürgermeister dankte allen Mitwirkenden, dass sie Verantwortung übernommen hätten: „Verantwortung dafür, was dieses Dorf ausmacht, was dieses Dorf für seine Bewohnerinnen und Bewohner sein kann. Viel mehr als ein Ort zum Wohnen, sondern ein Zuhause.“

Zum Team der Bürgergruppe Weidenhausen gehören:

Martin und Judith Breidbach, Frank Bremer, Birgit Enders, Inge Hajdu, Pia Rixen, Annette Rühl, Ramona Schäfer und Ludgera Schmitt.

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