Hartapfel

In dieser Woche möchten wir Ihnen eine Lokalsorte aus dem Altkreis Wetzlar vorstellen – den Hartapfel, Hessische Lokalsorte 2017. Diese Sorte war – ähnlich wie auch der Siebenschläfer, den wir Ihnen bereits vorgestellt haben – im Altkreis Wetzlar weit verbreitet. Die genaue Herkunft des Hartapfels ist unbekannt, die Sorte wurde jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts vom Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar zum Massenanbau empfohlen. Heute findet man nur noch wenige alte, abgängige Bäume dieser sehr guten Wirtschaftssorte.

Der Sortenname bezieht sich auf das harte Holz der Bäume, nicht – wie man vermuten könnte – auf das Fruchtfleisch, welches eher locker ist. Die Sorte eignet sich für Kompott und Kuchen. Im Oktober beginnt die Reife. Die Äpfel reifen jedoch im Lager noch nach. Bedingt durch die dünne Schale und das weiche Fleisch kommt es während der Ernte häufig zu Beschädigungen der Früchte. Unversehrte Früchte sind bis Februar lagerfähig.

Die Bäume sind frosthart und robust. Sie gedeihen am besten auf schweren Böden, bevorzugt auf Tal- und mittleren Höhenlagen. Der Wuchs der Bäume ist sehr stark und pyramidal. Die Bäume können auf guten Böden sehr groß und sehr alt werden. Auf schlechteren Böden ist die Sorte weniger wüchsig. Die Sorte ist widerstandsfähig gegen Schorf, neigt bei sehr großen Früchten jedoch zu Stippe und ist anfällig für Obstbaumkrebs, was mit einem regelmäßigen Auslichtungsschnitt vermieden werden kann. Bei jungen Bäumen kommt es gelegentlich zu Glasigkeit. Der Ertrag setzt spät ein, ist jedoch sehr hoch.

Unsere heutige Sortenbeschreibung stützt sich abermals auf die Broschüre „Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen“ (Steffen Kahl/Robert Scheibel): Hrsg. PV – LG Hessen, 5. Auflage 2019. Dieser Broschüre können eine detailliertere pomologische Beschreibung sowie weitere Informationen zu dieser und vielen weiteren Lokalsorten entnommen werden. Das beigefügte Aquarell des Hartapfels haben wir aus „Unsere besten deutschen Obstsorten – Band I: Äpfel“: Bechtold Verlag Wiesbaden, 5. Auflage 1923 entnommen.

Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill e.V.

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