Roter Eiserapfel

Heute möchten wir Ihnen eine sehr alte Apfelsorte vorstellen, deren genaue Herkunft nicht geklärt ist. Der Rote Eiserapfel war in Deutschland aufgrund seiner bemerkenswerten Eigenschaften weit verbreitet. Auch im Lahn-Dill Kreis findet man heute noch einige alte Bäume dieser Sorte.

Der Rote Eiserapfel ist außergewöhnlich gut lagerfähig und fault so gut wie nie. Die Früchte können sogar in Erdmieten aufbewahrt werden, weshalb sich diese Sorte besonders für Selbstversorger und Hobbygärtner eignet, die über keinen geeigneten Lagerraum für ihr Obst verfügen, aber dennoch möglichst lange eigene Äpfel nutzen möchten. Sie sollte nicht vor Oktober gepflückt werden, die Genussreife setzt nach einigen Wochen im Lager ab Januar ein. Der Rote Eiserapfel eignet sich besonders zur Kompottbereitung. Durch die lange Lagerfähigkeit bis zum Sommer kann die Sorte auch als Tafelfrucht bezeichnet werden. Einige Autoren berichten sogar, dass die Sorte länger als ein Jahr lagerfähig bleiben kann, wie auch das Sortensynonym „Roter 3 Jahre dauernder Streifling“ verrät.

Die Bäume sind sehr gesund, widerstandsfähig und können über 100 Jahre alt werden. Auch sehr alte Bäume tragen noch regelmäßig und reichlich. Der Rote Eiserapfel stellt keine hohen Ansprüche an den Standort. Die Früchte sind windfest. Zudem eignet sich die Sorte auch für spätfrostgefährdete Gebiete, da die Bäume erst spät blühen. Weil die Sorte sehr stark wächst und die Bäume sehr groß werden können, ist der Rote Eiserapfel nur als Hochstamm für die freie Landschaft zu empfehlen.

Die mittelgroßen Früchte sind höher als breit und rot gestreift mit großen Rostpunkten. Die grüne Grundfarbe ist kaum noch sichtbar. Das Fruchtfleisch ist grünlich und fest, im Lager später gelblich, mürbe werdend. Detailliertere Sortenbeschreibungen kann man u.a. den pomologischen Werken „Unsere besten deutschen Obstsorten – Band I: Äpfel“ (Bechtholdverlag, ohne Autor, 5. Auflage 1923), aus dem auch die beigefügte Zeichnung stammt, sowie aus „Illustriertes Handbuch der Obstkunde“ (Jahn, Lucas, Oberdieck, 1859-1875) und dem „Farbatlas alte Obstsorten“ (Ulmer Verlag, Hartmann, 5. Auflage 2015) entnehmen.

Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill e.V.

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