Glasfaser in Hüttenberg: Viele Kilometer – viele Baustellen – viele Fragen

In der Gemeinde Hüttenberg wird Glasfaser verlegt, in allen Ortsteilen in jeder Straße. Insgesamt sind es wohl rund 90 Kilometer Kabel, die in die Erde müssen, um alle gewünschten Hausanschlüsse zu verlegen und das schnelle Internet für alle verfügbar zu machen. „Das ist eine Herkulesaufgabe mit einem enormen Abstimmungsbedarf“, so Bürgermeister Christof Heller, „ich bin mir nicht sicher, ob die Deutsche Glasfaser bereits ein Projekt in dieser Größenordnung umgesetzt hat. Dabei ist eines wichtig: Die Gemeinde Hüttenberg ist stark involviert und begleitet alle Maßnahmen, Auftraggeber ist jedoch die Deutsche Glasfaser, die ausführende Firmen hier beschäftigt.“ Diese Bautrupps haben sich Ortsteil für Ortsteil, Straße für Straße vorgearbeitet.  Die Anwohner haben immer wieder für Erfrischungen und auch für eine Stärkung der Arbeiter gesorgt, gerade in besonders heißen und besonders kalten Phasen. Dennoch gab es auch Missstimmung: So erreichen die Gemeindeverwaltung fortlaufend Anfragen von Bürgerinnen und Bürger, denn oftmals zieht der Bautrupp weiter, aber der Gehweg oder die Straße ist noch nicht wieder in einem zufriedenstellenden Zustand.

Alle Mängel werden erfasst und nachgearbeitet

„Das sieht an manchen Stellen noch schlimm aus“, stimmt der Tiefbaufachmann Reinhard Lißfeld vom Bauamt der Gemeinde zu „aber eines können wir sicherstellen: Wir erfassen alle Mängel durch fortlaufende Begehungen und veranlassen Nacharbeiten. Zum Abschluss der Bauphase wird noch einmal jede Straße einzeln abgenommen, das wird allerdings noch bis Ende des Jahres dauern.“

Aber warum müssen manche Bereiche mehrmals bearbeitet werden?, fragen die Bürger. Zum einen habe es am langen Winter gelegen, so Reinhard Lißfeld: „Die Oberfläche wurde bei schwierigen Witterungsverhältnissen geschlossen. Dies hatte eine minderwertige Qualität zur Folge, die bei den klassifizierten Straßen nicht den Ansprüchen von Hessen Mobil entspricht. An diesen Stellen musste der Asphalt neu aufgebracht werden.“ Dazu seien noch weitere Probleme gekommen, wie zum Beispiel der Ausfall von Maschinen und auch Pflasterarbeiten, die noch anstünden. „Das ist aber bei einer Baustelle dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich“, so Bürgermeister Christof Heller. Wichtig sei, dass es sich in der Regel um Mängel an der Oberfläche handele, die gut behoben werden könnten. „Alle Kontrollen über die Arbeiten in der Tiefe werden vor Ort begleitet. Dies ist ein enormer Aufwand, den wir in enger Zusammenarbeit mit den Versorgungsunternehmen wie dem Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke und der EAM betreiben, denn in den Trassen liegen bereits Kanäle und Kabel, die nicht beschädigt werden dürfen.“  Besonders schwierig sei es in den engen Ortslagen gewesen. „Wir haben aber immer versucht, die Einschränkungen so kurz wie möglich zu gestalten“, erklärt der Fachmann vom Bauamt.

Rechtenbach und Hüttenberg sind bereits aktiviert

Es gibt aber bereits Erfolgsmeldungen: Insgesamt wurden 1778 Anschlüsse bei der Deutschen Glasfaser beauftragt. Das sind deutlich mehr als die 40 Prozent aller Haushalte der Gemeinde, die für den Start des Projekts nötig waren. Der Ortsteil Rechtenbach und der Ortsteil Hüttenberg wurden bereits aktiviert (rund 1280 Anschlüsse), das heißt, das schnelle Internet ist dort verfügbar; Reiskirchen folgt in dieser Woche. In Volpertshausen müssen noch ca. 1000 Meter Kabel verlegt werden, im Ortsteil Weidenhausen fehlen noch ca. 500 Meter. Auch im Gewerbegebiet Schmalheck in Rechtenbach erfolgen noch Arbeiten. Erst wenn diese Baustellen komplett fertiggestellt sind, folgt zum Abschluss die Verlegung im Ortsteil Vollnkirchen ( rund 4 km Kabelstrecke).

Ein Quantensprung für die Gemeinde

„Wir planen, das gesamte Projekt zum Ende des 3. Quartals 2021 abzuschließen“, erklärt Reinahrd Lißfeld und ergänzt: „Das wären dann seit dem Projektstart am 11.11.2019 ziemlich genau zwei Jahre Umsetzungszeit. Bis dahin bitten wir die Bevölkerung noch um Geduld, damit wir alle Arbeiten sorgfältig durchführen lassen können.“

„Das ist ein Quantensprung für Hüttenberg“, so Christof Heller. „Hier wird ein zweistelliger Millionenbetrag in unserer Gemeinde investiert, ohne dafür Steuergeld zu verwenden. Meines Wissens ist Hüttenberg das Pilotprojekt in unserer Region. Homeoffice, Videokonferenz und online-Schule in einem Haushalt gleichzeitig sind dann ganz selbstverständlich möglich.“

Bausstelle Glasfaser Volpertshausen Reiskirchner Straße

Bildunterschrift: Die noch nicht fertig gestellten Baustellenabschnitte – wie hier im Ortsteil Volpertshausen – werden erfasst und im Laufe der nächsten Wochen bearbeitet. Am Ende des Projekts, im Herbst, findet zusätzlich noch einmal eine Gesamtbegehung aller Straßen statt.

 

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