Lob und Respekt für Jugendfeuerwehren

101 Delegierte der Jugendfeuerwehren im Feuerwehrverband Wetzlar waren am vergangenen Samstag in Vollnkirchen für Wahlen und Berichte zusammengekommen. In offenen Wahlen sprach die Versammlung den bisherigen Funktionsträgern der Verbandsjugendleitung das Vertrauen ohne Gegenstimmen aus. Viel Lob und Respekt gab es aus der Politik. Hüttenbergs Beigeordneter Paul Hartmann (FWG) begrüßte die Delegierten in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Christof Heller (CDU). „Cool bleiben, auch wenn’s brenzlig wird“, das lerne man in der Jugendfeuerwehr und das helfe auch im Erwachsenenleben. Kreisbeigeordneter Wolfgang Hofmann (FWG) bedauerte, dass die ehrenamtliche Arbeit in den Feuerwehren in der Öffentlichkeit nicht die Anerkennung erfahre, die sie verdiene. In diesem Zusammenhang appellierte er auch an die Arbeitgeber dieses Ehrenamt zu fördern.

Bundestagsabgeordneter Hans-Jürgen Irmer (CDU) wies daraufhin, dass an diesem Tag rund 300 Einsatzkräfte unter dem Motto „Hände weg, wir sind eure Retter“ durch die Frankfurter Innenstadt zogen, um für mehr Respekt vor ihre lebensrettende Arbeit zu demonstrieren. Es sei für ihn völlig inakzeptabel, wenn diejenigen kritisiert und attackiert werden, die für die Hilfe der Anderen da sind. Kreistagsmitglied Stefan Scholl (SPD), der auch die Grüße der Bundestagsabgeordneten Dagmar Schmidt und des Landtagsabgeordneten Stefan Grüger überbrachte, berichtete davon, wie er als Quereinsteiger in die Feuerwehr Dietzhölztal eingetreten ist. Seine Kameraden aus der Jugendfeuerwehr hätten einen deutlichen Wissensvorsprung, der zeige, welch hervorragende Arbeit in den Jugendfeuerwehren geleistet werde.

Christian Failing (Wetzlar) wird für vier weitere Jahre das Amt des stellvertretenden Verbandsjugendfeuerwehrwartes begleiten. Bestätigungen erhielten auch Kassierer Alexander Marchel (Braunfels-Bonbaden) und Patrick Zipp (Leun-Biskirchen) als Fachgebietsleiter für die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden. Für das Fachgebiet Seminare fand ich kein Bewerber. Es wird daher vom stellvertretenden Verbandsjugendfeuerwehrwart Carsten Loh (Hüttenberg-Rechtenbach) betreut. Auch das Fachgebiet Wettbewerbe konnte nicht separat besetzt werden. Es wird von Christian Failing betreut.

In seinem Jahresbericht blickte Verbandsjugendfeuerwehrwart Reiner Jüngst (Hohenahr-Mudersbach) auf die Aktivitäten im vergangenen Jahr zurück. Höhepunkt war das Zeltlager der Hilfsorganisationen am Aartalsee mit rund 900 Teilnehmern. Auch der Wandertag in Braunfels war gut besucht. Schwierig gestaltete sich die Ermittlung der Mitgliederzahlen. Zwar nutzen die meisten Feuerwehren zur Verwaltung die gleiche Software, allerdings weisen die Daten darin Mängel in Bezug auf die Vollständigkeit und Aktualität auf. Zum 31. Dezember zählte man in den 59 Jugendfeuerwehren 625 Mitglieder, darunter 180 Mädchen. Es gab 140 Neueintritte, denen 90 Austritte und 31 Übernahmen in die Einsatzabteilungen gegenüberstehen. Unterm Strich bleibt also ein kleines Plus. Ob damit der langjährige Abwärtstrend der Vorjahre gestoppt sei, könne man auf Basis der vorliegenden Daten jedoch noch nicht sagen. So finden sich in der Statistik auch 20 Mitglieder, die 18 Jahre und älter sind. Sie zählen somit eigentlich nicht mehr zur Jugendfeuerwehr. Da die Daten zur Planung und Steuerung in den Städten und Gemeinden, sowie auf Kreis- und Landesebene wichtig seien, mahnte Jüngst eine bessere Pflege an.

Kreisbrandinspektor Rupert Heege wies daraufhin, dass Jugendfeuerwehren das Potential hätten in den kommenden drei Jahren so viel Nachwuchs an die Einsatzabteilungen zu übergeben, wie dort aus Altersgründen ausschieden. Insbesondere beim Zeltlager habe sich die Jugend sehr gut präsentiert. So mache es Spaß, ein solches Event auch in 2020 wieder zu organisieren. „So ein erfolgreiches Lager, das ist auch ein Verdienst von euch. Ihr macht eine super Arbeit“, zog Heege ein positives Fazit.“ Michael Stroh, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Wetzlar, dankte den Jugendwarten und Betreuern für die geleistete Arbeit. Zugleich wünschte er sich, dass die vakanten Positionen in der Verbandsjugendleitung in Zukunft wieder besetzt würden.
Die Delegierten beschlossen die Vergabe des Delegiertentags 2019 nach Ehringshausen und 2020 nach Hohenahr-Hohensolms. Der Wandertag findet am 3. Oktober in Hohenahr-Altenkirchen statt. 2019 wandern die Blauröcke in Aßlar, 2020 in Hüttenberg. Das Verbandszeltlager findet vom 8. bis 10. Juni in Waldsolms-Brandoberndorf statt. Für 2019 sucht man hierfür noch einen Ausrichte.


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