Gemeindeportrait

Nach zahlreichen Zusammenlegungen und Umstrukturierungen in der Vergangenheit besteht die Gemeinde Hüttenberg seit dem 1. Januar 1977 aus den sechs Ortsteilen Hüttenberg, Rechtenbach, Weidenhausen, Volpertshausen, Reiskirchen und Vollnkirchen, die alle durch ihren eigenen Charakter und ihre eigene Ortsgeschichte geprägt sind.

 

Zahlen, Daten & Fakten

​35625 Hüttenberg
Lahn-Dill-Kreis
Hessen
Wirtschaftsregion Mittelhessen

Fläche gesamt: 40,70 qkm

Landw. Fläche: 54,1% / Waldfläche: 29,0% / Bebaute Fläche: 7,3%

Geographische Lage:
GPS-Koordinaten: 50° 30′ 0″ N 8° 37′ 0.001″ E
Höchster Punkt: 300 m über NN (Reiskirchen)
Niedrigster Punkt: 240 m über NN (Hüttenberg-Hörnsheim)

Einwohnerzahlen:

Ortsteile Hauptwohnungen
Hüttenberg 3947
Rechtenbach 4089
Reiskirchen 803
Vollnkirchen 423
Volpertshausen 1054
Weidenhausen 565
Gesamt 10.881
Stand: 31.12.2019

 

 

Wo liegt eigentlich der Hüttenberg?

Der Name „Hüttenberg“ bezeichnete ursprünglich die Landschaft am Kleebach und seiner Zuflüsse, die schon in vor mehr als 1200 Jahren einen Gerichtsbezirk bildete. Der Bezirk eines Gerichts wird als Cent bezeichnet und umfasste meist zwischen zehn und dreißig Orte. Namensgeber des Hüttenberger Cents war ein bewaldeter Höhenrücken zwischen den Dörfern Niederkleen und Langgöns, auf dem die Gerichtsversammlungen abgehalten worden sein sollen. Bis zur heutigen Gemeinde Hüttenberg war es ein langer Weg mit über die Jahrhunderte immer wieder wechselnden Zugehörigkeiten. Der namensgebende Hüttenberg liegt übrigens nicht in der heutigen Gemeinde Hüttenberg.

 

Das Wappen

Das Hüttenberger Gemeindewappen erinnert an die Zeit des Hüttenberger Gerichtsbezirks. Es zeigt neben den Eichen- und Lindenbäumen auch die Gerichtswaage aus dem Siegel des Hüttenberger Gerichts von 1797.

 

Das Hüttenberg-Logo

Das moderne Logo der Gemeinde Hüttenberg symbolisiert ebenfalls den Namensgeber der Gemeinde, den Hüttenberg, einschließlich der Gerichtseiche. Die Farbkombination gelb und grün nimmt Bezug auf die für das Landschaftsbild typische Kombination aus Grünland sowie Getreide- und Rapsfeldern.

Gut zu wissen…

Was Ihnen in Hüttenberg alles begegnen könnte

Jetzt sind Sie also in Mittelhessen zuhause.

Ihre neuen GPS-Koordinaten lauten: 50° 30′ 0″ N 8° 37′ 0.001″ E .
In einer Gemeinde mit rund 10.800 Einwohnern, sechs Ortsteilen, acht Dörfern.

Mit gut 40 km² Fläche. Die Hälfte davon Wald und ein weiteres Drittel Landwirtschaft.

Das sind gute Nachrichten für alle, die gern in der Natur unterwegs sind. Und was dürfen Sie sonst noch erhoffen?

Einiges! In Hüttenberg gibt es Dinge, die gibt es eigentlich gar nicht – oder zumindest nicht überall.

Die drei großen  „H“ wollen wir Ihnen aber zuerst erklären:

Handball, Handkäse und Hütteinander.

Handball wird bei uns in fast allen Ortsteilen ganz groß geschrieben. Das liegt natürlich an den sportlichen Erfolgen unserer heimischen Mannschaften. Dem TV 05/07 Hüttenberg ist bereits mehrmals der Aufstieg in die Erste Handball Bundesliga gelungen, zuletzt in der Saison 2016/2017. Auch in den anderen Ortsteilen leisten die Vereine Großartiges in der Nachwuchsarbeit und feiern regelmäßig Meisterschaften und Aufstiege. Die Stimmung in den Hallen ist legendär. Das dürfen Sie sich nicht entgehen lassen, wenn Sie Hüttenberg(er) erleben wollen. Die Fußballbegeisterten und Fans anderer Sportarten werden hier übrigens ebenfalls glücklich.

Was das Kulinarische betrifft: Sie befinden sich hier am Breitengrad 50.5, dem sogenannten Handkäs- Äquator. Hüttenberg ist „Home of Handkäs“ – warum das so ist und wie Sie diese Spezialität zubereiten, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Ja, und Hütteinander heißt es hier, wenn Menschen ehrenamtlich für andere da sind und dies gemeinsam feiern.

Zum Glück hat das Hüttenberger-Alphabet der Besonderheiten noch viele Buchstaben:

Atelierkirche und Bürgerpicknick, Baumpatenschaften und Dorfcafè,  Kinderhotel und Seniorenwerkstatt…“. Ganz gleich, ob Sie eher Künstler, Handwerker, Sportler oder Genießer sind, bei uns können Sie gut zuhause sein.

 

Im Handkäs´-Himmel

Man liebt ihn – oder auch nicht. Der Hüttenberger Handkäs´ wird mit Musik gegessen und ist eine Institution, über deren Stellenwert als Kulturgut es durchaus unterschiedliche Meinungen gibt. Sein Beliebtheit steht aber außer Frage – und das nicht nur in Hüttenberg, sondern in ganz Deutschland. Seit über hundert Jahren wird die Spezialität Hüttenberger Handkäs  im ehemaligen Ortsteil Hochelheim nach traditionellen Rezepten hergestellt. Früher von Hand geformt, heute unter strengen Hygieneauflagen. Der Grundrohstoff jedoch ist nach wie vor Sauermilch, die bei  25 bis 28  Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit  zwei Tage in einer Schwitzkammer reift.

Für eine typische Hüttenberger Brotzeit brauchen Sie:

250 g gereiften Handkäs´ (Tipp: im geschlossenen Marmeladenglas geruchssicher aufbewahren bis zur perfekten Konsistenz), Marinade aus 8 Eßl. Essig, 4 Eßl. Öl, 4 Eßl. Wasser, Salz, Pfeffer, 3 kleingehackte Zwiebeln, evtl. Kümmel

Zubereitung:

Für die Marinade Essig, Öl und Wasser verrühren, mit Salz und Pfeffer kräftig würzen , die kleingewürfelten Zwiebeln und den Kümmel dazugeben. Die Marinade über den Käse verteilen und durchziehen lassen Man kann die Marinade auch extra dazu reichen. Dazu passt Hüttenberger Bauernbrot und Butter.

Getränkeempfehlung: Hessischer Apfelwein oder ein kühles Bier.

Das Heimatmuseum Hüttenberg in Volpertshausen zeigt Handkäsmanufaktur anno dazumal

Von Schafen & Eseln

Wer Schäfchen zählen möchte, ist in Hüttenberg auch tagsüber richtig. Schafe gehörten bis in die 1970er Jahre zu unserer Kulturlandschaft wie die Musik auf den Handkäse. Die Gemeinde unterhält mit dem Schäfereiverein eine der ältesten Schafherden Hessens. Die Schäferei Hochelheim, gegründet 1845, ist der älteste Verein am Ort. Die Herde umfasst um die 450 Mutterschafe der Rassen Schwarzkopf-, Merinoland- und Fuchsschafe sowie zahlreiche Jungtiere.  Unter der Aufsicht des Hüttenberger Schäfers sorgen sie dafür, dass die Landschaft auf natürliche Weise gehegt und gepflegt wird – auch dort, wo kein Rasenmäher hinkäme: an Böschungen, auf Streuobstwiesen, im Uferbereich der Bachläufe. So ist die große Herde für alle, die hier zuhause sind, ein vertrauter und doch immer wieder erfreulicher Anblick.

Anders als die Schafe hat es der Esel schon immer schwer gehabt in Hüttenberg – und durfte deshalb auch schon mal auf Abwegen unterwegs sein. Die Legende besagt, dass ein Esel die schweren Säcke mit Mehl von der Mühle in Rechtenbach nach Vollnkirchen tragen musste. Wenn der Bauer nach dem Mahlen noch in die Gaststube eingekehrt war, suchte sich das treue Tier den Weg zurück nachhause alleine durch den Wald. Diesen Eselspfad gibt es heute noch: Als Naturerlebnisweg mit vielen Spiel- und Experimentierstationen – eingerichtet und gepflegt von Vollnkirchner Bürgern. Start und Ziel ist in Vollnkirchen am Dorfplatz.

Ortsteile

Gut zu wissen: Was sind eigentlich „Heckendörfer“?

„In den Hecken“ lebt man, wenn man in Weidenhausen, Volpertshausen, Vollnkirchen oder Reiskirchen wohnt. Diese Bezeichnung gründet sich auf die Niederwaldwirtschaft, die in diesen Hüttenbergdörfern bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg noch intensiv betrieben wurde.  Die Rinde junger Eichen, „Lohe“ genannt,  wurde abgeschält, getrocknet und an Gerbereien , hauptsächlich im Solmsbachtal verkauft. Nach dem Schälen wurde der Distrikt abgeholzt. Die Eichen trieben dann wieder neu aus, wuchsen zu  niedrigen Wäldern oder „Hecken“ heran und waren nach 20 bis 25 Jahren wieder zum Schälen brauchbar. „Lohwälder“ oder auch „Hecken“ befanden sich meist im Randbereich der Hochwälder.

 

 

Hüttenberg

Hüttenberg (bestehend aus den ehemaligen Dörfern Hochelheim und Hörnsheim)

Der Name Hüttenberg steht heute nicht nur für die 1977 neu gegründete Gemeinde, sondern außerdem immer noch für den Zusammenschluss der Dörfer Hochelheim und Hörnsheim von 1968, die innerhalb der Gemeinde einen Ortsteil bilden. Dass „Hüttenberg“ auch der historische Begriff für die Landschaft am Kleebach und seiner Zuflüsse ist, stiftet bei manchen Fremden immer wieder   große Verwirrung.

Hörnsheim

Hörnsheim ist der Ort in Hüttenberg, der über Jahrhunderte wegen seiner außerordentlich guten Löß-Lehm-Böden am stärksten landwirtschaftlich geprägt war. Schon die Bauern in der Jungsteinzeit wussten dieses  fruchtbare Ackerland zu schätzen und siedelten sich im Bereich der Hörnsheimer Gemarkung an. Dass auch in der Bronzezeit hier Menschen lebten, beweist ein großer ausgegrabener Urnengräberfriedhof östlich des Dorfes

Große, aufwändig restaurierte  Fachwerkgehöfte entlang der Hauptstraße erinnern heute noch an die bäuerlich geprägte Kultur des Ortes. Hier gehörte auch noch vor wenigen Jahrzehnten die Hüttenberger Tracht zum Ortsbild, die besonders in Hörnsheim  sehr farbenfreudig getragen wurde. Heute hat die Landwirtschaft allerdings nur noch einen untergeordneten Stellenwert. Hörnsheim ist mit seinen großen Neubaugebieten ein beliebter Wohnort für Einwohner geworden, die in den umliegenden Städten arbeiten.

 

Hochelheim

Mit viel schlechteren Böden mussten sich früher die Einwohner von Hochelheim abfinden. Ausplünderungen durch durchziehende Heere  und ungünstige klimatische Bedingungen trugen dazu bei, dass die Hochelheimer am Beginn des 19. Jahrhunderts unter großer Armut litten.  Sie nahmen ihr Schicksal nicht einfach hin, sondern begannen, ihre landwirtschaftlichen Produkte auf den umliegenden Märkten, bis hin nach Frankfurt und Offenbach, später bis ins Ruhrgebiet, zu verkaufen. In den 1930er Jahren  wurden in Hochelheim über 200 Wandergewerbescheine ausgestellt. Den größten Umsatz erzielte dabei der selbst hergestellte Käse aus Magerquark, der bald als „Hüttenberger Handkäse“ berühmt wurde. Über 20 Käsereien gab es einmal in Hochelheim, von denen heute noch drei in Betrieb sind.

Aus dem einst armen Bauerndorf entwickelte sich so eine wohlhabende Gemeinde mit vielen Gewerbebetrieben am Ortsrand und zahlreichen Geschäften und entlang der Hauptstraße.

Seinen ursprünglichen Charakter hat das schon im 9. Jahrhundert erstmals erwähnte Hochelheim dabei nicht verloren. Viele alte Fachwerkgehöfte mit den für Hüttenberg typischen Torhäusern säumen heute noch die lange Hauptstraße. Dabei kommt dem 1560 errichteten „Steinernen Haus“ eine besondere Bedeutung zu. Das Zunftschild an der Fassade erzählt davon, dass in Hochelheim einmal der Mittelpunkt des Zunftwesens im Hüttenberg war.

Nach dem Zusammenschluss von Hochelheim und Hörnsheim im Jahr 1968 entstand zwischen den beiden alten Ortskernen ein modernes Zentrum mit Ärztehäusern, Banken, einem Sportzentrum mit Hallenbad und ein Bürgerhaus. Weit über die Grenzen hinaus bekannt wurde Hüttenberg durch den Handballsport, der hier mit großem Erfolg bis zum mehrmaligen Aufstieg in die Erste Handballbundesliga und intensiver Nachwuchsarbeit betrieben wird. Samstagsabends geht man in Hüttenberg zum Heimspiel in die Halle. Und nicht nur die 1. Mannschaft hat hier viele begeisterte Anhänger.

 

 

 

Rechtenbach

Rechtenbach, 1968 zusammengeschlossen aus den Dörfern Groß- und Klein-Rechtenbach, ist der zentrale Ort der Gemeinde Hüttenberg und deshalb auch Sitz der Gemeindeverwaltung.

Entlang der Frankfurter Straße und den davon abzweigenden Nebenstraßen hat sich in den vergangenen Jahren eine vielfältige Gewerbestruktur gebildet. Von der Apotheke über das Eiscafé bis zum Autohaus finden die Bürger der Gemeinde hier alle Angebote für den täglichen und besonderen Bedarf. Eine Ansiedlung von Geschäften am östlichen Ortsrand wird mehr und mehr zum Einkaufszentrum für die Umgebung. Bedeutung über den Ort hinaus hat auch die Grundschule und die Gesamtschule, deren Einzugsgebiet sich weit über Hüttenberg hinaus erstreckt.

Trotz der modernen Struktur lassen sich in Rechtenbach noch die Spuren der langen Geschichte zurückverfolgen. Immerhin feierten die Bürger im Jahre 1988 bereits das 1200jährige Bestehen des Dorfes. Neben den beiden Kirchen aus dem 17. Jahrhundert nimmt der Hof Rechtenbach zweifellos eine zentrale historische Stellung ein. Er zählt zu den ältesten Gebäuden des Ortsteils und beherbergt heute das Kinderheim „ZOAR“ der Kreuznacher Diakonie. Bereits seit 1850 dient dieses Haus, das als „einer der schönsten Landsitze“ im alten Kreis Wetzlar galt, der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Mit dem „Gottfrieds Haus“ hat Rechtenbach ein weiteres Schmuckstück aufzuweisen. Innerhalb von nur drei Jahren wurde das bis dahin vernachlässigte Gehöft von Mitgliedern des Kultur- und Heimatkreises Rechtenbach renoviert und ausgestattet. Seit 1992 präsentiert sich das „Gottfrieds Haus“ seinen Besuchern so, wie es über viele Jahre seinen ursprünglichen Bewohnern diente: als Bauernhaus mit Wirtschaftsküche, Schlaf- und Wohnstube. An einem Augustsonntag wird dort in jedem Jahr zünftig gefeiert: „Zu Haus bei Gottfrieds“ können die Besucher das Dorfleben einen Tag lang wie anno dazumal erleben.

Reiskirchen

Reiskirchen ist mit 285 Metern der am höchsten gelegene Ort von Hüttenberg und wird bereits 975 erstmalig als „Richolveschiricha“ erwähnt. Unauslöschlich in die Überlieferung eingeprägt hat sich der Brand von 1706, bei dem fast das gesamte Dorf ein Raub der Flammen wurde. Aus der Suche nach dem Schuldigen entwickelte sich die Legende von der „Kochhansin“, einer Frau aus Reiskirchen, die am Rande des Stoppelbergs ihr Ende fand. Ein Brunnen im Wald und der neu gestaltete Dorfplatz, der „Kochhanselplatz“,  erinnern noch heute an sie. Mag sein, dass verheerende Schicksalsschläge wie dieser die Dorfgemeinschaft zusammen geschweißt haben, jedenfalls nennt man die Reiskirchener Einwohner auch heute noch die „Ähniche“ – auf Hochdeutsch „die Einigen“. In Reiskirchen werden heute noch viele Besonderheiten gepflegt, wie die jährliche Kirmes mit dem Umzug am Montag oder das Treffen „Bulldogg 30 plus“. Der Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz, an dem sich alle Vereine beteiligen, bildet den Höhepunkt am Jahresende. Auch außerhalb der Feste wird Geselligkeit in Reiskirchen groß geschrieben. Treffpunkt ist das Gasthaus Schreier in der Dorfmitte, in dem es familiär zugeht und die „Dorfpolitik“ ihr Zuhause hat.

Wie in bisher keinem anderen Ortsteil haben sich die Einwohner von Reiskirchen mit der Geschichte ihres Dorfes beschäftigt und bringen interessante Ergebnisse in Fotoschauen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit. Kein Wunder, befindet sich das Archiv der Gemeinde Hüttenberg mit seinen umfangreichen Überlieferungen zur Geschichte von Hüttenberg doch in diesem Ortsteil.

Im Zuge des Dorferneuerungsprogramms wurde Reiskirchen in den 90er Jahren durch Ortsumgehungen und Sanierung vieler Fachwerkgehöfte zu einem idyllischen Dörfchen umgestaltet.  Den Stoppelberg im Blick führen von hier viele Wander- und Radwege durch die Hüttenberger Gemarkung, in Richtung Wetzlar und durch das Siebenmühlental.

Weidenhausen

Die Dorfentwicklung hat in den Dörfern Volpertshausen und Weidenhausen einiges in Bewegung gebracht. Entstanden sind Dorfplätze und Treffpunkte für Bürger und Wanderer. Wo kann man sonst mitten im Dorf unter Apfelbäumen in einer Hängematte schaukeln und auf der Streuobstwiese gepflegt picknicken. Entlang des Rundwegs „Off de Stronz“ entstehen weitere schöne Orte zum Verweilen, zum In-die-Landschaft-Schauen oder für ein Schwätzchen unter Nachbarn. Der Schlenderweg führt als Kulturpfad über den Alten Friedhof und über den Kirchhof der Alten Kirche Volpertshausen.

 Weidenhausen

Ein großes, schmuckes Fachwerkgehöft zwischen alter Kirche und Dorfgemeinschaftshaus gehört (alternativ: in der Dorfmitte) zu den sehenswertesten Gebäuden im 1296 erstmalig erwähnten „Wydenhusen“. Die Besitzer dieses (des?) ehemaligen Freihofes stellten über Jahrhunderte die Schultheißen des Ortes. Direkt daneben befindet sich die alte, 1965 aufgegebene Kirche von Weidenhausen, deren Alter sich zwar nicht mehr eindeutig bestimmen lässt, deren Ursprung aber im Mittelalter zu vermuten ist. Dank einer privaten Initiative von Bürgern wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude renoviert und ist heute das Schmuckstück von Weidenhausen.

Auch in anderen Bereichen haben die Bürger von Weidenhausen die Gestaltung des Dorflebens wieder selbst in die Hand genommen. Vom Flohmarkt, über Stummfilmkino, Fotoausstellungen bis zum Mundarttheater gibt es Aktionen in der Dorfmitte, die die Menschen miteinander in Kontakt bringen und neue Erfahrungen im Dorf ermöglichen. In der Alten Kirche finden neben verschiedenen kirchlichen Veranstaltungen im Sommer regelmäßig Konzerte im Rahmen des Kultursommers Mittelhessen statt. Ein französisches Fest in der Hofreite „Petite France“ in der Borngasse ist der jährliche Höhepunkt und Abschluss des Sommerprogramms der Gemeinde.

Die Hochzeitslinde nördlich von Weidenhausen ist fast schon ein natürliches Wahrzeichen der Gemeinde Hüttenberg. Herrschaftlich und viel fotografiert steht sie in an der Landstraße in Richtung Wetzlar.

 

Volpertshausen

„Die Leiden des jungen Werthers“ – wer kennt ihn nicht, Goethes Briefroman, mussten ihn doch die meisten bereits zu Schulzeiten mit mehr oder weniger großer Begeisterung lesen. Eines steht jedoch fest: Gäbe es Volpertshausen nicht, hätte Goethes Werk zwangsläufig einen anderen Anfang gehabt.

Denn im ehemaligen Jagdhaus an der Rheinfelser Straße, heute „Goethehaus“ genannt, tanzte Johann Wolfgang Goethe im Jahre 1772 während einer langen Ballnacht mit Charlotte Buff und schrieb darauf seine dort beginnende Romanze als Briefroman nieder. Heute beherbergt das Goethehaus neben dem Ballsaal ein Heimatmuseum, das vom Heimatkundlichen Verein Hüttenberg mit viel Liebe zum Detail eingerichtet wurde und regelmäßig für Besuchergruppen und kulturelle Veranstaltungen geöffnet ist.

 Volpertshausen wird zwar erst im 13. Jahrhundert schriftlich erwähnt, doch stammt die alte, 1965 aufgegebene Kirche, die heute unter Denkmalschutz steht, bereits aus dem 12. Jahrhundert. Hier kamen in den 1980er Jahren überraschend Fresken und eine mittelalterliche Darstellung des heiligen Christophorus (alternativ: mittelalterliche Malereien) zum Vorschein, weshalb die geplante Versetzung in den Hessenpark abgebrochen wurde. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten wird die „Alte Kirche“ als Atelier- und Werkstatt-Kirche Künstlern und Vereinen zum Arbeiten, für Ausstellungen und Aktionen zur Verfügung stehen.

 In jedem zweiten Jahr findet Anfang Oktober das Apfelsaftfest in der Dorfmitte statt, wo sich noch viele der für Hüttenberg typischen Fachwerkgehöfte finden. Mit großem Bauernmarkt, Handwerksschau, naturgutem Speisenangebot aus der Region und Musik wird das Produkt der in Volpertshausen von den Kelterfreunden (alternativ: von einem Verein) betriebenen Apfelsaftkelter gefeiert.

 

 

Vollnkirchen

Vollnkirchen

Wer nach Vollnkirchen unterwegs ist – mit dem Auto oder besser durch Wiesentäler und am Bachlauf entlang zu Fuß oder per Rad – wird immer die malerische Lage des Dörfchens  als ersten Eindruck wahrnehmen.

Mit seinen knapp 400 Einwohnern ist Vollnkirchen der kleinste Ortsteil der Gemeinde Hüttenberg. Auch wenn das Dorf erstmals 1276 als „Volkinkirgin“ in Erscheinung tritt, deuten Funde aus der Zeit um 1800 vor Chr. und zahlreiche Hügelgräber der Hallstatt-Zeit in den Wäldern der Gemarkung auf eine wesentlich frühere Besiedlung hin. Die vergleichsweise große Gemarkung von Vollnkirchen umschließt im südwestlichen Teil auch das Gebiet des Ende des 14. Jahrhundert verlassenen Dorfes Wertshausen. Ab 2006 begeisterten sich Einwohner von Vollnkirchen für die Spurensuche nach Überresten aus der Geschichte von Wertshausen.  

Heute ist Vollnkirchen ein Bilderbuchdörfchen mit einer ganzen Reihe restaurierter Fachwerkgehöfte, die die Kirche, das Ehrenmal und die inzwischen neugestaltete Dorfmitte einrahmen. Ganz wesentlich für seine Entwicklung war die Teilnahme Vollnkirchens am Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen zu Beginn der 2000er Jahre. Ein gelungenes Zusammenspiel von privaten und öffentlichen  Projekten hat dem Dorf, das sicherlich von seiner etwas abgeschiedenen Lage profitiert, behutsam ein zeitgemäßes Erscheinungsbild gegeben.

Die Bürger Vollnkirchens führen in Eigenregie ein Dorfcafé und sorgen dafür, dass es nicht allzu ruhig im Dorf zugeht: Vom Maiglöckchenfest über die Kirmes und den Sport- und Funtag bis zum Lichter-Ansingen im Advent vergeht kein Monat, ohne dass in Vollnkirchen ein Anlass zum Feiern geboten wird: Im und um das neue Bürgerhaus oder gerne auch draußen in der Natur mit Wanderungen auf den Erlebniswegen. Auswärtige Gäste sind im Dorf immer gern gesehen und willkommen. Ganz zu Recht haben die Vollnkirchner Bürger im Jahr 2011 den Regionalentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen.

Geschichte

Wie Hüttenberg zu seinem Namen kam

Ursprünglich gehörte der Hüttenberg zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Gleiberg. Nach deren Aussterben wurde der Besitz unter den Erbtöchtern aufgeteilt. Der große und einträgliche Hüttenberg blieb jedoch ungeteilt und wurde fortan von den Pfalzgrafen von Tübingen und den Herren von Merenberg gemeinsam verwaltet. Als letztere sich 1246 die Gerichtsbarkeit über den Bezirk bestätigen ließen, wurde der Name „Hüttenberg“ erstmals urkundlich erwähnt. Rund zwanzig Jahre später gelangte der Hüttenberg an die Landgrafen von Hessen und 1333 an die Grafen von Nassau, die ihn nun 400 Jahre lang gemeinsam besaßen und verwalteten. Steuern und Zölle wurden geteilt, die Gerichtsbarkeit und die Aufsicht über die kirchlichen Angelegenheiten gemeinsam ausgeübt. Da es darüber immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden Herrscherhäusern kam, wurde der Hüttenberg 1703 endgültig aufgeteilt. Alle heute zur Gemeinde Hüttenberg gehörenden Dörfer wurden nun ganz nassauisch.

Auf dem Wiener Kongress 1815 trat das Fürstentum Nassau-Weilburg in Tauschverträgen seine Hüttenberger Gebiete an das Königreich Preußen ab. 1945 wurde Preußen von den Siegermächten aufgelöst und die Hüttenberger Dörfer befanden  sich nun im neu gegründeten Bundesland Hessen.

Nach zahlreichen vorläufigen Zusammenschlüssen besteht die Gemeinde Hüttenberg seit dem 1. Januar 1977 aus den acht ehemaligen Dörfern Hörnsheim, Hochelheim, Klein- und Groß-Rechtenbach, Weidenhausen, Volpertshausen, Vollnkirchen und Reiskirchen, die alle durch ihren eigenen Charakter und ihre eigenständigen Bürger geprägt sind. Aus Hochelheim und Hörnsheim wurde ein Jahr später der Ortsteil Hüttenberg; Groß- und Klein-Rechtenbach schlossen sich zum Ortsteil Rechtenbach zusammen. Wer die „Äniche“ sind und was sich hinter der Bezeichnung „Heckendörfer“ verbirgt, finden Sie auf dieser Website heraus.

HIer können Sie die Bürgerbroschüre Hüttenberg ansehen und herunterladen
Ein Original senden wir Ihnen gerne zu: Bitte kontaktieren Sie uns unter info@huettenberg.de

Partnergemeinden

Städtepartnerschaften leben von den Beziehungen zwischen den Menschen. Vom Austausch der Sprachen, Kulturen, Meinungen und Perspektiven. Von gegenseitigen Besuchen. Von Festen.
In Hüttenberg gibt es französische Konzerte, deutsch-österreichische Musikfeste, Kinoabende und Veranstaltungen mit kulinarischen Köstlichkeiten aus den Nachbarländern. Aktuelle HInweise und Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

 

Partnergemeinde Crémieu / Frankreich

Crémieu

Es besteht eine erweiterte Partnerschaft mit der Communauté de Communes Les Balcons du Dauphiné

Ansprechpartner: Monsieur Adolphe Molina
Site de Villemoirieu
1, parc d’activités de Buisson Rond
38 460 VILLEMOIRIEU

Anschrift Commune de Crémieu:
Hotel de ville, Place de la Nation
Charles de Gaulles, 38460 Crémieu
Telefon: 00 33/74 90 70 92

E-Mail: info@ville-cremieu.fr
Internet: www.ville-cremieu.fr

Freundeskreis Crémieu:
1. Vorsitzende: Frau Monika Wadakur, Schubertstr. 10, 35625 Hüttenberg
Die französische Gemeinde Crémieu liegt etwa vierzig Kilometer östlich von Lyon. Die Grossgemeinde hat acht Ortsteile. Ihre Geschichte ist seit dem 12. Jahrhundert belegt. Damals hatte die Stadt eine große militärische und wirtschaftliche Bedeutung. Die zum Teil erhaltene Stadtmauer, die wuchtigen Stadttore, die Türme und die Burg sind noch sichtbare Zeugen. 1351 bekam die Stadt einen Freibrief, der ihr viele Rechte und das Handelsprivileg verlieh. So unter anderem Jahrmärkte in ihren Mauern abzuhalten. Zu diesem Zweck wurde ein bedeckter Marktplatz gebaut. Er ist noch heute das Wahrzeichen von Crémieu. Es soll Frankreichs schönste Markthalle sein. 1357 wurde eine Münzstätte gebaut, die den Wohlstand der Stadt förderte. In der Regierungszeit Ludwigs XII. (1498 – 1515) hatte Crémieu große Bedeutung als Posten für die Feldzüge gegen Italien. Aber auch als Getreideumschlagplatz war die Stadt wichtig. Die charakteristischen Ladenhäuser wurden damals gebaut. Im 17. Jahrhundert ließen sich Mönche in der alten Handelsstadt nieder und bauten Klöster. DAS Augustinerkloster ist heute Rathaus. Die Mönche sorgten aber auch für einen Wandel. Die Stadt verlor ihre Funktion als Markt- und Warenumschlagplatz. Im 18. Jahrhundert fanden die Menschen ihre Arbeit in der Textil- und Lederindustrie.

Daten
Verschwisterung: Crémieu, 22.5.1993
Rückverschwisterung: Hüttenberg, 14.5.1994

Partnergemeinde Oberschönau

Oberschönau

Anschrift:
Gemeindeverwaltung Oberschönau
Hauptstr. 92
98587 Oberschönau
Tel.: 03 68 47/3 03 20

Fremdenverkehrsbüro Tel.: 03 68 47/3 04 25
(Verwaltungsgemeinschaft „Haselgrund“, Forststr. 16, 98547 Viernau, Tel.: 03 68 47/45 00)

oberschoenau@web.de
www.oberschoenau.de

Oberschönau mit seinen 960 Einwohnern ist ein idyllisch gelegenes Wander- und Wintersportdorf , 550 – 900 m ü.M, 10 km vom bekannten Luftkurort Oberhof entfernt. Dichte, rauschende Fichtenwälder, muntere Gebirgsbäche, Wiesen, sanfte Höhen und tiefe Täler bestimmen den Reiz und die Schönheit dieser Landschaft. Diese herrliche Lage sowie die klare Luft und intakte Natur lockten schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts Erholungssuchende zu jeder Jahreszeit aus nah und fern. Aktive Erholung wird bei uns groß geschrieben.
Der teilweise alpine Charakter der Landschaft, die von einem gut ausgebauten Wander- und Skiwanderwegenetz durchzogen ist, bietet Abwechslung für jeden Geschmack und jede Kondition. Aussichtspunkte, die die gesamte Bergwelt genießen lassen, sind die Hohe Möst (888m), der Hermannsberg (868 m) und der Donnershauk (894 m) . Der nur 3 km entfernte Rennsteig lässt sich bequem erreichen. Komplettiert wird das Angebot durch das herrlich gelegene Waldschwimmbad mit 19 m langer Rutsche, den Kletterfelsen „12 Apostel“ sowie den Finkenstein im Kanzlersgrund.

250 Gästebetten in gepflegten Hotels und Gasthöfen sowie idyllisch gelegene Freienhäusern, Ferienwohnungen und Privatzimmer jeder Kategorie erwarten Ihren Besuch. Die Vermieter von Privatquartieren unterzogen sich schon teilweise der freiwilligen Klassifizierung nach bundeseinheitlicher Norm des Deutschen Tourismusverbandes Bonn, um Ihr Angebot für Sie transparent darzustellen. Genießen Sie die echten Thüringer Spezialitäten, wie Rostbrätel, Bratwurst, Thüringer Klöße und natürlich den Rahmkuchen.

Partnergemeinde Göstling

Göstling

Anschrift:
Marktgemeinde
Göstling an der Ybbs
Bezirk Scheibbs
3345 Göstling/Niederösterreich

Telefon: 00 43/74 84/50 20

gemeinde@goestling.com
www.goestling.at

Göstling liegt mit seinen ca. 2200 Einwohnern inmitten des herrlichen Touren- und Wandergebietes der Göstlinger Alpen im Oberen Ybbstal auf 532 m Meereshöhe, von Hüttenberg 715 km entfernt. In Göstling kann jeder Urlauber die richtige Freizeitbetätigung für sich finden. 157 km Wanderwege, Angelmöglichkeiten, 4 Kegelbahnen, ein Hallenbad, Sauna und Solarium. Vom Ortsteil Lassing führt eine Alpenstraße zum Hochkarboden (1440 m). Von hier kann man den Hochkargipfel (1808m) auf markierten Wanderwegen oder mit dem Sessellift erreichen. Hier bietet sich ein prachtvoller Rundblick in die Gesäuseberge bis zum Dachstein und Großglockner und in den Böhmerwald. Im Winter ist das Hochkar das größte schneesichere Schigebiet der Niederösterreichischen Voralpen. Über die Alpenstraße gelangt man zum Schutz-hüttenboden (1440 m), der inmitten der Schiarena liegt. Mit 5 Schleppliften, 2 Vierer-sesselbahnen und einer kuppelbaren Vierersesselbahn haben die Lifte eine Förderkapazität von 14.000 Personen/Stunde, was lange Wartezeiten verhindert. Von den leichten Sonnenhängen bis zu steilen Buckelpisten ist für jeden Schifahrer die richtige Piste vorhanden. Aber auch Langstreckenläufer finden abwechslungsreiche Loipen in Lassing, in Strohmarkt, in Stiegengraben und am Ortsrand.

Daten
Verschwisterung Göstling, 4.8.1991
Rückverschwisterung Hüttenberg, 2.11.1991

Gemeindeentwicklung

Um aktiv auf eine positive Entwicklung Hüttenbergs hinarbeiten  und die optimale Bedienung der Bürger mit Infrastruktureinrichtungen langfristig sicherstellen zu können,  hat die Gemeinde Hüttenberg Anfang 2004 durch das Pestel Institut für Systemforschung e. V. das Gutachten

„Optionen für die weitere Entwicklung der Gemeinde Hüttenberg“ 

erstellen lassen. Dabei wurden drei mögliche Szenarien zur Bevölkerungs-, Haushalts-, Wohnungsbedarfs- und Wohnungsnachfrageentwicklung für Hüttenberg bis zum Jahr 2030 prognostiziert.

Das Gutachten können Sie hier als PDF-Datei herunterladen:

Pestel-Studie öffnen

Als direkte Folge der Studie wurde gemeinsam mit Bürgern, Politik und Verwaltung ein Gemeindeentwicklungskonzept erarbeitet. Hierin werden die Strategien und Maßnahmen festgehalten, die Hüttenberg zukunftsfähig machen sollen. Das Gemeindeentwicklungskonzept können Sie hier als PDF-Datei herunterladen:

Gemeindekonzeption Hüttenberg Phase II aus 2012

Gemeindekonzeption Hüttenberg aus 2007

Frankfurter Str. 49–51
35625 Hüttenberg

Tel. 06441/7006-0
Fax. 06441/7006-10
info@huettenberg.de

ÖFFNUNGSZEITEN

Mo – Fr 07:30 – 12:00 Uhr
Do 07:30 – 12:00 Uhr
und 14:00–18:00 Uhr

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