Übergabe von zwei Zuwendungsbescheiden mit einer Gesamtfördersumme von mehr als 2,5 Millionen Euro für die Projekte „Erweiterung der Rückhaltebecken in Hüttenberg-Rechtenbach und in Pohlheim-Garbenteich“.
Der Wasserverband Kleebach (WK) stellt seit 1963 für seine 7 Mitgliedskommunen die Ableitung von Abwasser sicher. Dafür unterhält der Wasserverband Kleebach ein Kanalnetz von ca. 63 km Länge, 36 Regenüberläufe, 29 Regenrückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von 15.000 m³ und mehrere Pumpwerke.
Diese Sonderbauwerke im gesamten Verbandsgebiet wurden im Jahr 2019 einer sogenannten Immissionsbetrachtung unterzogen, um die hydraulischen und stofflichen Defizite an den Gewässern Lückenbach, Kleebach, Schwingbach und Gönsbach festzustellen. Dieser Betrachtung folgte ein Sanierungskonzept, welches eng mit der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums Gießen abgestimmt wurde. Maßnahmen, die im Zusammenhang der Einleitung von Abwasser dienen, werden durch ein Landesprogramm in Hessen gefördert.
Michael Ruhl, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten Jagd und Heimat (HMLU) überreichte im Rahmen eines Termins im Rathaus der Gemeinde Hüttenberg am 25.02.2026 an den stellvertretenden Verbandsvorsteher aus Pohlheim, und an die Geschäftsführung des Wasserverbandes Kleebach zwei Zuwendungsbescheide in Höhe von insgesamt 2.585.170 Euro. Es waren auch die zuständigen Vertreter der Oberen Wasserbehörde sowie Vertreter der Gemeinde Hüttenberg anwesend.
Im Rahmen des Termins stellte die Betriebsleiterin für den Abwasserbereich, Frau Constanze Foerster die beiden Projekte kurz vor: Das geplante Becken in Hüttenberg ist eine Ergänzung des vorhandenen Beckens. In einem offenen Rundbecken werden zukünftig ca. 2.000 m³ zusätzliches Volumen entstehen. Somit wird die Belastung des Gewässers mit Mischwasser fast halbiert und der Schwingbach deutlich entlastet. Das Becken ist noch in der Planungsphase, eine Ausschreibung der Bauarbeiten ist für 2026 geplant.
![]()
In Pohlheim-Garbenteich wird ein zusätzliches Volumen von ca. 500 m³ gebaut, welches den vorhanden Stauraumkanal mit ca. 169 m³ Rückhaltung deutlich aufwerten wird. Der Bau dieses offenen Betonbeckens wird das sogenannte Entlastungsvolumen, also die Menge, die bei Regenereignissen aus den vollen Becken ins Gewässer läuft, um ca. 12.000 m³ verringern. Dieses Projekt ist kurz vor der Ausschreibung der Bauleistungen und wird ab Sommer 2026 gebaut.
Herr Brunner, der Geschäftsführer des ZMW, der auch die Geschäftsführung des Wasserverbands Kleebach innehat, erläuterte die Herausforderungen, die im Bereich der Abwasserreinigung auf die Verbände zukommen. Oft fehle es an Verständnis bei den Bürgern für die notwendigen Arbeiten im Bereich dieser Infrastruktur, da sie oftmals auch unter der Erde versteckt sei. Die geänderten Anforderungen an den Rückhalt von Mischwasser und die Vorreinigung in den Bauwerken stellt eine große Herausforderung für die Verbände dar. Daher ist die Unterstützung durch die Landesregierung in Form von Förderprogrammen so wichtig und die Verbände sind froh über diese Mittel.
Insgesamt hat der Wasserverband sieben Becken zu erweitern. Die erste Maßnahme, ein RÜB im Bereich von Linden-Leihgestern, wurde 2024 fertiggestellt. Die heute überreichten Zuwendungsbescheide sind der Startschuss für die nächsten Projekte, aber auch die anderen Maßnahmen sind bereits in der planerischen Umsetzung.
Gießen, 25.02.2026
Text: Constanze Foerster Abteilungsleiterin Abt. A, Abwasserreinigung, Hochwasserschutz und Gewässerunterhaltung